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Kombucha, Kefir & Co. – Darmgesundheit mit Fermentation

712 Wörter
(5 MIN. LESEZEIT)

Wasserkefir, das komische Zeug, das meine Mutter damals immer im Kühlschrank lagerte…

Nun, das dürfte fast 20 Jahre her sein, inzwischen lagere ich selbst Wasserkefir…und Milchkefir und Jun-Kombucha und drei verschiedene Sauerteigansätze. Aber fangen wir mal ganz langsam von vorne an:

Auftakt machte die Paleo Convention. Dort gab es einen Kombucha-Workshop, den wir allerdings leider nicht mitmachen konnten, da wir zeitgleich beim Wasservortrag waren.
Ca. zwei Wochen später waren wir bei Simply Keto, die wir auch von der besagten Convention kannten. Es war so lecker und spannend, so dass wir nach dieser Veranstaltung gleich wieder hin wollten und siehe da es gab dort eben jenen Kombucha!

Im Simply Keto

Die Sache mit dem Geschmack

Da mich der Gedanke nicht mehr losließ, musste ich das einfach probieren. Es schmeckte säuerlich, erinnerte etwas an Essig und hatte viel Kohlensäure. Klingt jetzt vielleicht erstmal nicht so lecker und ich muss zugeben, dass ich es für gewöhnungsbedürftig befand. Inzwischen weiß ich, dass uns unsere Mitbewohner im Darm, die mit uns in Symbiose lebenden Bakterien, uns sagen was uns gerade schmeckt und was nicht und uns somit unbewusst steuern was wir essen sollen bzw. denken zu wollen. Also je nachdem womit sie gefüttert werden wollen, auf das verspüren wir dann Appetit, da sie direkt mit unserem Gehirn kommunizieren. Dies geschieht über Nervenverbindungen im Rückenmark und über den Nervus Vagus, welcher vom Hirnstamm zum Verdauungsapparat verläuft und an vielen Regulationsvorgängen im Darmtrakt beteiligt ist.

Kulturen, die die welt bedeuten

Isst oder trinkst du also beispielsweise viel Zucker, überwiegen Bakterienkulturen in deinem Darm, die sich davon ernähren, aber nicht gut für deinen Körper sind. Sie unterdrücken dagegen die Sorte Bakterien, die gut für dich wären und sorgen dafür, dass sie immer genug zu fressen haben, sprich du immer weiter Zucker zu dir nimmst und sie somit weiterhin in ihrer Vormachtstellung bleiben können. Ein Teufelskreis also.

Appetit auf bestimmte Dinge ist aber nicht der einzige Punkt. Da die Bakterien, wie wir nun wissen, über Nerven eine Verbindung zu unserem Gehirn haben, wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach festgestellt, dass sie im direkten Zusammenhang mit unserer schlechten Laune und Depressionen stehen. Sie beeinflussen unsere Verdauung, den Stoffwechsel, bestimmen außerdem das Aussehen unserer Haut und sind an der Regulation unseres Immun- und Nervensystems beteiligt.

Geht es also deinen Bakterien gut, geht es dir gut.

Den Startschuss für ein gutes Mikrobiom gibt die Geburt

Und zwar die natürliche Geburt! Durch die geplatzte Fruchtblase lösen sich die ersten Bakterien aus der Plazenta und ergießen sich über uns. Beim Geburtsvorgang direkt kommen wir in Kontakt mit der Vaginalflora. In dieser Flora sitzt unter anderem der bekannte Lactobacillus, der uns später hilft Milch verdauen zu können. Man erkennt hier also schon es kommt

  1.  darauf an ob wir eine natürliche Geburt erleben durften oder per Kaiserschnitt auf die Welt kamen.
  2. welche Bakterien wir von unserer Mutter bei der natürlichen Geburt mitbekommen haben, sprich hat sie sich gesund ernährt und gesund gelebt? Bekommen wir die „guten“ oder eher „schlechten“ Bakterien mit? und
  3. werden wir gestillt oder nicht.

Viele Babys leiden heute unter Koliken. Es wäre interessant zu wissen ob diese Kinder per Kaiserschnitt auf die Welt kamen und ihnen somit vielleicht der Lactobacillus im Darm fehlt…

Die Geburt kannst du nicht nachholen, aber…

…du kannst viel in der Natur sein, keine übertriebene Hygiene mit Sagrotan und Konsorten betreiben und vor allem dich richtig ernähren, indem du möglichst nicht industriell verarbeitete Lebensmittel isst und besonders fermentierte Lebensmittel in deine Ernährung einbaust wie Sauerkraut, Kimchi, Kokosjoghurt, Kefir oder Kombucha.

Fermentation ist eine großartige Sache, um frische Lebensmittel zu konservieren, ohne deren Nährstoffgehalt oder positiven Eigenschaften nachteilig zu beeinflussen. So passiert im Ferment in etwa das, was auch in unserem Verdauungstrakt abläuft. Durch den Abbau von Ballaststoff-Strukturen wird Gemüse besser verdaulich und die aktiven Milchsäurebakterien produzieren zusätzliche Vitamine.

Wir haben uns bisher noch nicht an selbst gemachtes fermentiertes Gemüse gewagt, aber schon durchaus welches gegessen. Im Moment sind wir eher noch bei den Getränken und ab und an mal wird ein Sauerteig Urkorn-Brot gebacken.

Hier mal unsere Mitbewohner bzw. Kreationen:

Autorin

Verena
Verena
Als jemand, der in einem medizinischen Beruf arbeitet, befasse ich mich von Hause aus mit dem menschlichen Körper. Jedoch seit meiner "Diagnose Insulinresistenz" lebe ich es zusammen mit meiner Frau auch viel mehr aus und befasse mich viel mit Gesundheits- und Ernährungsthemen. Zudem haben wir vor Jahren dem "Mainstream" den Rücken gekehrt und befassen uns näher mit politischen Themen... und Lebensmittel sind sehr politisch.

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