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Guter Schlaf mit Wellengang – Wasserbett ahoi!

834 Wörter
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Nach 10 Jahren habe ich mir (und meiner Frau) endlich den Traum eines Wasserbettes erfüllt.

Einige kennen vielleicht die positiven Eigenschaften, wie beispielsweise druckpunktfreies und Wirbelsäulen entlastendes Liegen und hygienisches, allergikerfreundliches, ruhiges Schlafen.

Nun kann ich nach 2 Jahren ein erstes Resümee ziehen:

Das Liegegefühl ist tatsächlich unglaublich angenehm und mit keinem herkömmlichen Bett vergleichbar. Wir möchten es nicht mehr missen!

Man braucht zwar etwas Eingewöhnungszeit, denn je nach gewählter Beruhigungsstufe sind Fließe eingearbeitet, die sich erstmal vollsaugen müssen, das heißt anfangs muss man etwas öfter Wasser nachfüllen. Man merkt mit der Zeit aber schnell, wann dies wieder so weit ist und hat dann den Dreh raus wieviel nachgefüllt werden sollte.

Ebenso erfordert das Umdrehen als auch das Aufstehen etwas Übung und mehr Kraft, zu Beginn ist es ungewohnt.
Bauchschläfer müssen etwas Umdenken, denn was auf einer normalen Matratze schon ungesund für den Rücken ist, ist im Wasserbett unbedingt zu vermeiden, da die Auswirkungen hier noch viel schädlicher sind.

Die Mythen bzw. Vorurteile:

Oft kommt als erstes die Frage: „Ist das nicht unheimlich teuer?!“

Daher mal ein Vergleich:
Unser 2x2m Bett hat in der Premium-Ausstattung (mit Bettkästen, Allergiker Silberauflage und Luxusheizung – also ja, es geht auch günstiger) mit Aufbau und Bettlaken (inklusive) ca. 2.500€ gekostet. Möchte man nun ein herkömmliches Doppelbett kaufen mit ähnlichen Liegeeigenschaften, muss man schon in eine viskoelastische Matratze investieren. Diese fangen bei entsprechend guter Qualität bei 500-700€ pro Bettseite an.
Selbst ohne Viskoelastizität liegt eine getestete und als „Gut“ ausgezeichnete Standard-Matratze bei mindestens 400€ pro Bettseite.
Dazu summieren sich Kosten für Bettrahmen, ca. 250€, und Lattenroste, bei denen man auch nicht sparen sollte, möchte man einen guten Liegekomfort genießen. Das wären dann nochmal 150-300€ pro Bettseite.
Ergibt ein Bett von 1.350-2.250€.
Hinzu kommt, dass Matratzen irgendwann durchgelegen sind und nach 3-5 Jahren erneuert werden sollten. Ein Wasserbett hast du mindestens 15-20 Jahre, bei guter Pflege ein Leben lang.
Ich hoffe damit ist die Frage beantwortet.

„Aber da zahlt ihr ja enorm viel Strom!“

Die Stromkosten betragen ca. 50-100€ im Jahr je nach Stromtarif und dieses Geld investiere ich sehr gerne für meinen erholsamen und schmerzfreien Schlaf mit wohltuender Wärme.
Davon aber mal abgesehen, könnte man ein Wasserbett inzwischen auch ohne Heizung betreiben. Es gibt nämlich einen sogenannten Visco-Thermo-Topper, dieser isoliert die Wasserkerne so gut vom Körper, dass keine Heizung benötigt wird.
Ich möchte auf meine Heizung aber nicht mehr verzichten, denn gerade bei Erkältungen mit Schüttelfrost oder wenn man zu kalten Füßen neigt, wie ich, ist dies seeehr angenehm!
Man dreht natürlich auch die Heizung im Schlafzimmer weiter runter, da das Wasserbett dann genug wärme abgibt. Somit spart man einen Teil der Heizkosten ein.
Im Sommer hat man dagegen eine angenehme Kühlung.

„Da braucht ihr ja eine extra Versicherung, wegen drohender Überschwemmung.“

Belastungsprobe und Dichtigkeitstest beim Aufbau

In der Regel ist das Bett dicht. 10 Jahre haben wir bei unserem dafür auf jeden Fall Garantie. Falls doch ein Leck entstanden sein sollte, befindet sich eine Sicherheitswanne unter der Wassermatratze, in die das Wasser unbedenklich abtropfen kann und man kann die defekte Stelle einfach wie einen Fahrradschlauch reparieren.
Eine extra Versicherung ist nicht erforderlich. Sollten aus unerfindlichen Gründen doch Wasserschäden entstanden sein, ist dies heutzutage in den Hausratversicherungen standardmäßig abgedeckt.

„Bricht da nicht der Fußboden ein?!“

Noch kein Fall, bei dem ein Wasserbett durch eine Decke gefallen wäre, ist bekannt. Um die Statik des eigenen Heims oder der Mietwohnung muss man sich keine Sorgen machen. Zwar wiegt ein Doppel-Wasserbett rund 800kg und damit deutlich mehr als ein gewöhnliches Bett. Pro m² bedeutet das allerdings nur noch eine Last von rund 150 bis 200kg und dafür ist jedes Wohnhaus ausgelegt. Man denke hier als Vergleich auch an volle Bücherregale, die auch keine Leichtgewichte sind.

„Da werde ich ja Seekrank!“

Seekrank wird man nur, wenn die Bewegung nicht von einem selbst ausgeht, sondern wenn man „bewegt wird“, ohne dass dein Auge diese Bewegung wahrnimmt! Einfach ausgedrückt ist dein Gehirn dann so irritiert, dass dir übel wird!
Die Bewegung auf einem Wasserbett geht von dir selbst aus und ist im Extremfall, z.B. auf einer „Freeflow-Wassermatratze“, auch nur 10 Sekunden lang. Danach hat sich die Oberfläche wieder beruhigt. Dir wird nicht übel, im Gegenteil werden diese Bewegungen als etwas sehr angenehmes, beruhigendes und entspannendes empfunden, denn tief im Unterbewusstsein erinnern sie an die Bewegungen im Mutterleib, die wir alle neun Monate im Wasser gespürt haben! Einem Fötus im Mutterleib wird auch nicht übel!
Aus dem Wasser geboren – in Wasser gebettet. 😉

Sogar Schweine würden Wasserbetten kaufen!

Eine amüsante Untersuchung führten Gießener Forscher bereits im Jahr 2002 durch: In dem Versuch hatten Ferkel die Wahl zwischen temperierten Wasserbetten sowie Stroh, Stein- und Gummiböden. 99% der Tiere wählten die Wasserbetten. – Die wissen eben was gut ist! 😀

Autorin

Verena
Verena
Als jemand, der in einem medizinischen Beruf arbeitet, befasse ich mich von Hause aus mit dem menschlichen Körper. Jedoch seit meiner "Diagnose Insulinresistenz" lebe ich es zusammen mit meiner Frau auch viel mehr aus und befasse mich viel mit Gesundheits- und Ernährungsthemen. Zudem haben wir vor Jahren dem "Mainstream" den Rücken gekehrt und befassen uns näher mit politischen Themen... und Lebensmittel sind sehr politisch.

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