Gedanken-Puzzle

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Unsichtbare Berührungen – Mirror Touch & Mirror Emotion Synästhesie

2206 Wörter
(15 MIN. LESEZEIT)

Ich hatte mich in diesem Beitrag schon einmal zur Synästhesie allgemein geäußert. Nun möchte ich explizit auf die Verschaltung mit dem „Tastsinn“ eingehen.

Vor kurzem hatte ich etwas erlebt, was mir Rätsel aufgibt und das brachte mich zu diesem Thema zurück.

In den letzten Jahren sind mir immer wieder Dinge wiederfahren, die auch in Richtung Hellsinne geht, wie man im spirituellen Bereich sagt, speziell hier das Hellfühlen.

Die Wissenschaft nennt es Empathie oder Synästhesie. Zu Empathie hatte ich mich auch bereits geäußert.

Hier noch einmal die Clips zu Mirror Touch und Mirror Emotion. Dazu fand ich noch diesen Neurologen, der selbst Mirror Touch Synästhet ist und das Phänomen untersucht.

Wenn ich weiß, worauf ich reagiere oder womit ich interagiere, also das herausfinde, sind zumindest einige Fragezeichen auch wieder aufgelöst, allerdings bleiben sie manchmal (leider).

Projektionen

Gerade in der Geschäftswelt wird dauernd von Projektionen gesprochen als etwas, was wir unserm Wunsch gemäß erreichen wollen, wie Umsätze.

Wir haben diverse Projekte am Start und aus der Schule kennen wir auch noch Overhead Projektoren, neudeutsch sind das die Beamer bzw. ostdeutsch der Polylux.

Wie sieht das nun aber bei Menschen aus? Im Human Design, über das ich vor kurzem eine Art Selbstversuch veröffentlicht habe, gibt es ebenfalls Projektoren und es gibt die Linie 5, die mit Projektionsfeldern wohl im besonderen zu tun haben.

Diese funktionieren in beide Richtungen, man projiziert selbst und es wird auf einen projiziert. Wie findet man aber nun heraus, wann was passiert und was hat das mit Synästhesie zu tun?

Die ganze Welt ist ein Spiegel, somit auch die Menschen in dieser. Diese Synästhesie Form der gespiegelten Berührung meint, dass wenn ich sehe, dass sich jemand am Arm kratzt, ich das auch fühle.

Nun hatte ich aber 2 Aussagen, einmal seitengleich und einmal seitenverkehrt…ich war verwirrt…🤯

Passenderweise wurde ich durch diesen Link ein wenig erleuchtet, aus dem ich einige Stellen nutzen werde.

Es gibt zwei Subtypen, die jeweils so wahrnehmen, wie in den beiden Interviews…nur warum?

Theorie-Alarm!

Ich dachte mir, wenn Wissenschaftler einfach alles mögliche behaupten können, was sie nur schwer oder gar nicht schlüssig beweisen können, kann ich das auch. 🤪

Theorie: Die Spiegelung erfolgt nach dominanter Hirnhälfte

Wir haben hier zwei Perspektiven auf empathische Wahrnehmungen, die je nach Reizverarbeitung und dominanter Gehirnhälfte gespiegelt oder gleich wahrgenommen werden.

Diese beiden Subtypen scheinen mir zwei unterschiedliche Perspektiven einzunehmen.

Die erste ist: „ich bin du“

Bei „ich bin du“, versetze ich mich komplett in das Subjekt meiner Betrachtung und werde eins mit der physischen Erfahrung. Ich lebe es komplett nach. Dazu muss dann auch die entsprechend stimulierte Seite übereinstimmen.

Das zweite ist: „ich sehe was passiert und bin empathisch“

Hier hat es eher mit den Spiegelneuronen zu tun. Es wirkt auf mich wie hochgradige Empathie. Stark aktivierte Spiegelneurone bringen mich dazu nachzuahmen, was der andere empfindet und ich nehme es seitenverkehrt wahr.

Für mich sind das zwei unterschiedliche Sichtweisen.

Spielt der Auslösende Reiz eine Rolle?

Wichtig dabei finde ich das Wort „sehen“! Der Reiz wird also primär durch Betrachtung ausgelöst.

Dazu folgender Auszug:
„… Es wird auch vermutet, dass es einen Bereich des Gehirns gibt, der nur bei Spiegelberührungssynästhetikern aktiviert wird, wenn Berührungen beobachtet werden, nicht jedoch bei Nicht-Synästhetikern. …“

Die Dame in dem „Mirror Touch Clip“ redet aber auch von erzählen und dass bei ihr Bilder mitgeliefert wurden und sie hat es dann 1:1 empfunden.

Somit steht im Raum, ob das Medium relevant ist.
Verhalte ich mich anders, wenn ich Bilder von außen bekomme, als wenn ich Bilder von innen erzeuge? 🤔

Täuschung des Gehirns

Noch dazu lässt sich unser Gehirn laut Meinung der Wissenschaft eben gern „täuschen“.

Optische Halluzinationen sind relativ bekannt, wie bei den Vexierbildern, allerdings gibt es auch akustische Illusionen, wieso also nicht auch welche auf Gefühlsebene?

Dieser BBC Kurzbeitrag zeigt es.

Es ist auch gut, dass wir empathisch sind. Die Spiegelneuronen werden ja auch zum Beispiel bei der Schlaganfall Therapie zur Wiederherstellung der Motorik genutzt.

An der einen oder anderen Stelle erwähnte ich bereits, wie sehr ich die Bücher von Oliver Sacks mag, was der Mann alles an interessanten Leuten kennenlernen durfte in seinem Leben…wirklich sehr spannende Fälle, die er niederschrieb. 😃 Wenn man seine Bücher, kennt, hat man definitiv einen andern Blick auf das Gehirn.

Praktische selbsterfahrungen

In dem Beitrag steht auch, dass es oft durch sehr negative Erfahrungen ausgelöst wird.

Ich zitiere:
„… Andere Möglichkeiten, die Rolle des Spiegelneuronensystems in der Empathie zu untersuchen, waren Schmerz und Ekel. In Bezug auf Schmerzen feuerten Neuronen im vorderen cingulösen Kortex, wenn schmerzhafte Reize auf die Hände der Probanden ausgeübt wurden. In ähnlicher Weise feuerten dieselben Neuronen, wenn schmerzhafte Reize auf die Hände eines anderen angewendet wurden. Der vordere cingulöse Kortex wurde auch aktiviert, wenn Menschen beobachtet wurden, die zu einem späteren Zeitpunkt schmerzhaft stimuliert würden. Daher werden Gehirnbereiche, die für die Reaktion auf Schmerzen verantwortlich sind, aktiviert, während Schmerzen auftreten, wenn jemand anderes Schmerzen erfährt und wenn jemand anderes zu einem späteren Zeitpunkt Schmerzen erleidet. …“

Alle meine Erfahrungen haben mit mehr oder weniger starken Schmerzen oder auch manchmal Ekel zu tun.

So, wie es der Arzt erlebt, kenne ich das nicht, was aber die Frau erzählt kommt mir viel vertrauter vor.

Ein paar Erinnerungen

„Der Fluch der Karibik 3“

Es gibt eine Szene, in der Will Turner zum neuen Kapitän der Flying Dutchman wird – der Preis ist sein Herz. (Flying Dutchman – Der fliegende Holländer von Richard Wagner, wie mir gerade jetzt aufgeht)

Mein Kopf weiß es und hat unendlich Horror davor, obwohl sie es nur andeuten. Von solchen Gedanken muss ich mich aktiv abschirmen, weil ich sonst einen Blackout bekommen kann, also mir schwarz vor Augen wird, wie man umgangssprachlich sagt.

„The Dark Knight“

Ich habe mit meinem Bruder und einigen anderen zusammen Batman gesehen und Two Face wurde das Gesicht abgebrannt. Hier kann ich mich erinnern, dass ich mit einer Hand eine Seite meines Gesichts verdeckte. Da ist mir durch sein Ansprechen darauf aufgegangen, dass ich das unbewusst tue.

Seitdem ist mir das bei Serien oder Filmen aufgefallen, dass ich mir genau da hinfasse, wo die Menschen verletzt sind, als ob es mir passiert. Für mich gab es da emotional keine Trennung, wie bei allen anderen Erlebnissen.

Über solche Erfahrungen schreibe ich ja immer mal wieder, aber ich habe das Gefühl das alles immer besser verstehen zu können.

Händigkeit(?)

Ich vermute verschiedene Wege im Gehirn, die Impulse in den linken oder rechten Teil des Körpers senden.

Naheliegend wäre ebenso die Vermutung der Händigkeit, da Linkshänder die Welt von Hause aus „spiegeln“ und von rechts nach links in Spiegelschrift schreiben würden.

Der Arzt war Rechtshänder, soweit zu erkennen war, bei der Dame wissen wir es nicht und ich weiß seit etwa einem Jahr offiziell von meiner Linkshändigkeit. Weiterhin braucht es bei dem Herren ein Sehen des Schmerzes.

Ich habe meist auch die Angewohnheit den Menschen ihre Körperseite anzusagen, wenn da etwas ist und mir nicht einfach rechts ans Ohr zu tippen oder so, weil ich damit häufiger selbst nicht so klarkomme, was üblich bei umgeschulten Linkshändern ist, wie man hier nachlesen kann. Auch habe ich das nicht nur an mir, sondern auch schon bei anderen mitbekommen. Also die Spiegelung kann Probleme bereiten, wie ich mittlerweile weiß, mir aber in diesem Beitrag zu Wahrnehmungen noch nicht so klar war.

Dieses schmerzvolle Hineinfühlen wird durch sehr dramatische Dinge in mir ausgelöst. Es könnte sich also um sehr unterschiedliche Impulse handeln, die diese übermäßig gefühlte empathische Reaktion auslöst.

Wo ich so darüber schreibe, fällt mir ein intensiver Traum wieder ein:

Ich hab mit jemandem gesprochen und etwas schlimmes erfahren. Es ging um einem großen Verlust durch einen geliebten Menschen und als ich körperlichen Kontakt herstellte, durchströmte mich großer Schmerz, mit dem ich auch aufwachte und ihn noch lange spürte.

Das zeigt mir, dass es auch nichts mit dem Alltagsbewusstsein zu tun hat, wenn wir es sogar auf die Art und Weise fühlen. Über Träume werde ich aber an anderer Stelle noch einmal eingehen und ist in diesem Kontext nur als Randbemerkung gedacht.

Sympathie und wie nah man sich emotional steht, werden auch eine gewisse Rolle beim Erleben spielen.

Mirror Emotion

Auch hier haben wir es mit großer Empathie zu tun und sind empfänglich für die Schwingungen des anderen um uns herum, die uns beeinflussen können. Man ist generell dazu angehalten zu sehen, ob es die eigenen oder fremde Gefühle sind, die wir wahrnehmen.

Ich denke, viele haben schon einmal einen Raum betreten und wussten, dass hier dicke Luft ist, obwohl oder gerade weil niemand etwas gesagt hat. Niemand hat mit uns gesprochen und dennoch haben wir es gespürt, selbst wenn wir keiner Menschenseele begegnet sind. Hier habe ich noch ein Interview mit dem Arzt und einer Krankenschwester gefunden, in deren Familie weitreichender auftritt. Wenn ich sie richtig verstanden habe, kommen auch bei ihr innere Bilder hoch, die sie in diesen Schmerz tiefer einsteigen lässt. In meiner Familiengeschichte stelle ich auch fest, dass es sich bereits, soweit ich weiß, über 4 (bekannte) Generationen erstreckt.

Wir spüren es um uns herum und nicht nur mit Menschen…
Ich war in einem Wald, der eine betrübte Energie aussendete und ich war nicht allein unterwegs, weil ich mich sonst damals für verrückt gehalten hätte.

Das, was die andere Frau im „Mirror Emotion Clip“ sagte, kenne ich auch, fremde Gefühlsstimmungen, die man wahrnehmen kann.

Da waren 2 Bäume und die standen recht nah beieinander. Ich berührte den einen und mir kamen die Tränen.

Direkt wurde ich nach dem Grund gefragt, aber ich war selbst nicht so gestimmt, dass ich hätte weinen müssen, aber die Bäume schon. Die beiden haben sich durch den Wind berührt und es so ausgedrückt, dass ich es über die Berührung gespürt habe. Es war eine sehr interessante und intensive Erfahrung.

Hitze & Kälte

Das, was ich oft spüre, hab ich selten bei anderen gehört und drückt sich noch anders aus. Bisher ist mir nicht bewusst, ob das auch schon einen „Namen“ bekommen hat.

Sehr oft fühle ich heiß und kalt. Mir erkläre ich das so, dass das die Schwingungen sind. Heiß ist sehr kraftvoll und hoch schwingend würden viele sagen und kalt ist eisig, niedrig und erdrückend.

Ich hatte auch schon durch Worte das Gefühl, ich stehe im Kühlschrank und zittere.

Angst und Zweifel sind als würde mir jemand eine Kette ums Herz legen und mein Brustraum verengt sich extrem. Das tut sehr weh.

Freude und Liebe können mich zum „kochen“ bringen, damit heizt man mir gut ein.

Ich fühl mich da wie so ein „Farbwechsel Ring“, vielleicht kennt den der eine oder andere noch aus seiner Kindheit oder Gegenstände, die bei Wärme/Kälte die Farbe wechseln.

Das ist allerdings immer noch recht neu, obwohl sich diese Wahrnehmung stetig erweitert.

Wenn ich das bei anderem im Gespräch fühle, je nachdem wer es ist, gibt mir das Hinweise über das Gefühlsleben und ich gehe darauf ein. Sobald sich die Gefühlswelt des Anderen verändert, empfange ich auch wieder andere Schwingungen. Somit tue ich das bis zu einem gewissen Grad schon aus Selbstschutz, denn wer hat gerne Schmerzen.

FAZIT

Mir war bis zu diesem Beitrag des Neurologen Joel Salinas noch nicht klar, wie intensiv das gefühlt werden kann. Er selbst beschreibt sich als Reflektor. Auch hier gibt es wieder ein erlebtes Spektrum der Wahrnehmung.

Der Neurologe kommt zu dem gleichen Resultat, wie viele andere Menschen auch: es ist angeboren telepathisch und empathisch zu sein. Nur leider vergessen wir diese Anbindung im Laufe des Lebens und gehen in die Trennung.

„Ich fühle deinen Schmerz!“ – manchmal ist die Aussage eben wirklich genau so gemeint.

In meinem ersten Beitrag schrieb ich, dass es ein Schutz sein kann durch starke Schmerzanreize in Ohnmacht zu fallen. Der Körper ist überladen und geht auf Standby, um sich zu erholen, also kann es eher sein, dass es wie ein Kurzschluss im Gehirn ist, der verarbeitet werden muss.

Man kennt zum Beispiel Berichte von verunfallten Bergsteigern, die drastische Dinge tun mussten, um zu überleben und auch hier wird oftmals berichtet, dass sie dabei vor Schmerz in Ohnmacht fielen.

Aus dieser Perspektive ergibt meine Reaktion vielleicht etwas mehr Sinn.

Wie auch schon zuvor geschrieben, hat eben alles seine guten und schlechten Seiten, denn diese mich erfüllende Wärme, die ich mittlerweile täglich und fast dauerhaft fühle, möchte ich wirklich nicht missen. 😊

Letzten Endes bin ich immer wieder erstaunt und erfreut Dinge erleben zu dürfen, die die Grenzen der Wahrnehmung immer weiter aufbrechen und neuen Raum zur Entdeckung der Welt ermöglichen. 😃

Weitere Quellen

Joel Salinas  – We’re All Weird And That’s Normal (TEDxCambridge)

Autorin

Susann
Susann
Schon als Kind war ich verzaubert von der Musik und Technik, die mir erlaubte noch mehr Klänge zu hören.
In der Schule, gerade im Abitur, lernte ich Worte immer mehr zu schätzen und hinterfrage Sprache, Worte und Zeichen aktiv.
Ab 2017 trat dann der Komplex Gesundheit vermehrt in unser Leben.

Primär werde ich zu diesen meine Gedanken kundtun. Mit zunehmender Beschäftigung fiel mir auf, dass diese Bereiche nicht so voneinander abgegrenzt sind, wie man vielleicht denken könnte.

Das eine führt zum nächsten und alles verbindet sich.

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