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Synästhesie: Auf die Verschaltung kommt es an!

769 Wörter
(5 MIN. LESEZEIT)

Wir alle leben in einer Welt voller Eindrücke und jedes Lebewesen nimmt diese auf seine ganz eigene individuelle Art und Weise wahr.

Bekanntermaßen haben wir ja diverse Sinne, die wir nutzen, um Erfahrungen zu machen. Hochsensible Menschen nehmen davon offenbar noch mehr war.

Bei der Recherche zu diesem Artikel stieß ich „zufällig“ auf diesen hochinteressanten Link.

Demnach haben wir 12 Sinne, die sich in drei Gruppen gliedern lassen. Diese 12 Sinneslehre geht auf Rudolf Steiner zurück, der diese schon Anfang der 20. Jahrhunderts bekannt machte. Wer es ganz genau wissen will, bemüht die Verlinkung. 😉

Hier nur erst einmal eine Aufzählung und Einteilung der Sinnesgruppen.

Untere Sinne (Körpersinne)

  • Tastsinn
  • Gleichgewichtssinn
  • Bewegungssinn
  • Lebens- und Vitalsinn

Mittlere Sinne (Umgebungssinne)

  • Wärmesinn
  • Sehsinn
  • Geschmackssinn
  • Geruchssinn

Höhere Sinne (Soziale Sinne)

  • Hörsinn
  • Sprach- und Wortsinn
  • Gedankensinn
  • Ich-Du-Sinn (Empathie)

Ich verweise hier bei Interesse auf diesen sehr spannenden Beitrag der OpenMind Akademie.

Für uns steht fest: wir sehen mit den Augen und hören mit den Ohren. Das war es im großen und ganzen, oder? Nicht ganz…

Die sogenannte Synästhesie beschreibt eine Kopplung verschiedener Sinne miteinander.

Besondere Sinneswahrnehmungen

So nehmen Menschen beispielsweise Zahlen farbig wahr, wenn sie diese sehen oder sehen beim Hören von Musik verschiedene Farbeindrücke. Das ist doch eigentlich ziemlich cool, oder?

Tatsächlich sind synästhetische Verschaltungen mit dem Sehsinn recht häufig vertreten.

Der Begriff Synästhesie ist aber gar nicht so weit verbreitet. Die meisten Synästhetiker wissen gar nicht, dass ihre Sinneswahrnehmung besonders wäre.

Was lässt sich darüber denn genaueres erfahren?

Stöbert man ein bisschen auf synaesthesie.org lässt sich dort schon etliches erfahren über Seltenheit und Ausprägung.

Etwa 4% der Menschen fallen angeblich unter dieses neurobiologische Phänomen und haben eine anders geartete neuronale Vernetzung.

Allerdings bin ich bei Zahlen da mittlerweile skeptisch, pflichte aber bei, dass sehr viele Menschen nichts davon wissen, das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.

Auch ich habe davon nichts gewusst und meine Synästhesie mein ganzes Leben lang negativ wahrgenommen. Die Erkenntnis, dass es sich hier um eine Besonderheit des Gehirns handelt, muss man ja auch erst einmal wissen.

Die erste Begegnung

Während meines Studiums ist mir jemand begegnet, der beim Hören von Musiknoten farbig sah. Das war mein erster Kontakt damit, ohne zu wissen, dass es sowas gibt. Irgendwo kam mir der Begriff auch schon im Laufe der Jahre unter, aber man vergisst ja vieles wieder, wenn es einen selbst nicht betrifft.

Der Aha-Moment

Erst 2020/21 kam das Thema erneut auf und ich erfuhr von jemand anderem, der Zahlen in verschiedenen Farben sieht.

Ich schaute nach und stellte fest, dass es natürlich auch andere Formen gibt, die mit anderen Sinnen verschaltet sind, dass es auch das Fühlen betreffen kann, kam mir nie in den Sinn, trotz dem es mich mein ganzes Leben begleitet hatte. Nur war ich damit beschäftigt es zu verdrängen.

Wie dem auch sei, ich wurde fündig: Mirror Touch und Mirror Emotion waren die Zauberwörter und zugleich die jahrelang ausstehende Erkenntnis.

Ich fand dieses erhellende Video, indem sehr viele Arten von Synästhesien beschrieben wurden.

Ich finde es selbst schade, dass die Art und Weise, wie es auftritt, so negativ ist, aber das lässt sich ja beheben. Ich bin dennoch froh es jetzt zu wissen.

Als ich mich damals mit meiner Hochsensibilität auseinanderzusetzen begann, war ich mal bei einer Erstberatung eines Psychologen, der sich auf HSP spezialisiert hatte. Als ich ihm von meiner Wahrnehmung erzählte, sagte er mir etwas von „Angst vor Beschädigungen“.

Bei genauerer Betrachtung, war der Hinweis durchaus plausibel in Anbetracht meiner Schilderungen.

Was aber passiert da im Kopf?

Ich sehe etwas, dass mich so sehr berührt, ob es nun so plastisch gezeigt wird oder nicht, dass es mich so mitnimmt, positiv wie auch negativ. Das eigene Gefühl gerät außer Balance und im Worst Case Fall werde ich „ausgeschaltet“, weil es zu viel wird.

Der positive Aspekt dabei, ist dass auch Freude oder Liebe anderer sehr stark wahrgenommen werden können. Es ist schade, dass es bisher vermehrt negativ auffiel, denn es umfasst ja das ganze Gefühlsspektrum und nicht nur die nicht so guten Emotionen.

Eines ist jedoch klar, es handelt sich um einen gewissen „Schutzmechanismus“ des Körpers, der bei starken negativen Empfindungen auftritt. Es ist zwar nicht immer einfach damit umzugehen, aber es hat offenbar seine Gründe.

Weitere Links

medlexi.de – Synästhesie
gedankenwelt.de – Mirror Touch (extremes Mitfühlen)
gedankenwelt.de – Geräusche sehen und Farben hören

Autorin

Susann
Susann
Zu meinen Hauptleidenschaften in meinem Leben (Musik, Sprache und Technik) haben sich seit einiger Zeit neue Themengebiete entwickelt. Ich bemühe mich unser Leben effizienter, nachhaltiger und gesünder zu gestalten, seit ich mit grünen Firmen in Kontakt gekommen bin und durch diese nun einiges anders sehe. Aber der totale Umbruch kam mit der "Krankheit" meiner Frau. Seitdem leben wir bewusster und teilen dies auch gern.

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