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Verschärfter Look – dank Prismenbrille

1088 Wörter
(7 MIN. LESEZEIT)

Ab jetzt gibt es mich wieder mit „Vier Augen“ und das wohl für immer, soweit ich jedenfalls weiß, aber das ist ok, denn es hat viele Vorteile.

Was ist Winkelfehlsichtigkeit?

Ich beschreibe es mal mit meinen einfachen Worten und vor allem an meinem Beispiel. (Die Fachlektüre dazu gibt es unten bei den weiterführenden Links.)

Die Winkelfehlsichtigkeit ist vor allem angeboren und äußert sich recht offensichtlich in Schielen oder einem leichten Silberblick. Die meisten Augenärzte untersuchen nur das horizontale Sehen, was erklären würde, warum das bei vielen wie mir, nicht aufgefallen ist.

Die vertikale Winkelfehlsichtigkeit bedarf spezieller Untersuchungsverfahren, die in den meisten Praxen (wenn vorhanden) wohl nicht zur Anwendung kommen.

Wie äußert sich diese Fehlsichtigkeit?

Einige Anzeichen, die sich schon früh zeigen sind:

  • Verwechseln von Buchstaben oder Worten
  • Springen in den Zeilen
  • Neigung zu Flüchtigkeitsfehlern
  • schnelle Ermüdung der Augen
  • nötige Pausen beim lesen und schreiben
  • häufige Konzentrationsprobleme
  • Druckgefühl, Brennen oder Stechen in oder auf einem Auge
  • Lichtempfindlichkeit (ich hole beim ersten Sonnenstrahl schon die Sonnenbrille heraus)
  • bei akuter Überanstrengung > schlimme (Cluster-)Kopfschmerzen

Diese Dinge trafen und treffen auf mich jedenfalls zu und wäre das eher entdeckt worden, hätte ich es in der Schule und im Studium etwas leichter haben können, aber nun ja…besser später als nie.

Warum habe ich eine Prismenbrille?

Seit meiner frühesten Kindheit habe ich eine „normale“ Brille getragen, da ich sowohl eine angeborene Hornhautverkrümmung hatte, als auch eine „Bänderdehnung“ in meinem linken Auge.

Früher wollten die Augenärzte von mir, dass ich den Augenmuskel mit konzentrierten Kontraktionsbewegungen schule oder um es genauer zu sagen, ich sollte immer auf meinen Finger starren, während ich diesen von weit weg bis ganz nah vor meine Augen bewege.

Mit 14 Jahren war ich für meine Augenärztin dann soweit austherapiert und sollte mich melden, wenn ich Probleme habe.

Das tat ich dann mit 22 wieder, weil ich mit meinem Lehramtsstudium angefangen hatte, sehr viel lesen musste und abends todmüde war. Mehr als ein paar Seiten konnte ich ohne längere Pausen am Stück nicht lesen. Daraufhin bin ich in der Augenarztpraxis vorbei und habe mir eine seeehr leichte Lesebrille verschreiben lassen. Diese habe ich bis vor wenigen Monaten auch noch genutzt.

Dann wurde bei uns auf Arbeit eine betriebliche Augenuntersuchung durchgeführt. Dabei kam heraus, dass die Ärztin mir 125% Sehkraft bescheinigte und nebenbei von meiner Lesebrille abriet. Zudem fiel mir immer häufiger auf, dass ich die Lesebrille nicht mehr lange tragen konnte und meine Augen dadurch nicht mehr unterstützt wurden. Auch fühlte diese sich nach einer Weile nicht mehr sehr gut an.

Unerwartete Hilfe

Das erste Mal hat mir dieser Blog ermöglicht mir selbst zu helfen.

Die Winkelfehlsichtigkeit, die sich gerne in diversen Kopfschmerzsymptomen äußern kann, hat mich hinsichtlich der Schmerztherapie beschäftigt, sodass ich darüber geschrieben habe. Dieser Beitrag wurde gelesen und mir daraufhin spezielle Hilfe angeboten. Ich war schnell interessiert und wir verabredeten uns.

Wer über das Prozedere mehr erfahren will, liest sich bei Herr Peschlow und seinen anderen Patienten noch etwas ein:

https://richtig-sehen.de/clusterkopfschmerzen/

„Grenzerfahrungen“

Den Nachweis des diagnostisch gesicherten Cluster-Kopfschmerz konnte ich allerdings leider nicht erbringen, da die Ärzte wirklich überwiegend nur noch Symptome behandeln und nicht mehr den Menschen an sich.

Die Frühdiagnostik ist in dem Bereich nicht wirklich gut ausgereift und wenn man für Ärzte eindeutige Symptome hat, ist man schon ein Schmerzpatient. Es geht in der Medizin meist nur um Kohle und das merkt Mensch dann auch schnell…

Ich hab es jedenfalls probiert und mich dafür sogar einem MRT unterzogen, was mit hochsensiblen Ohren wirklich kein Vergnügen ist.

Was hat sich verändert?

Wir haben fast Juli und nach guten 10 Monaten hatte ich keine größeren Attacken oder starken Kopfschmerz mehr. Wenn andere Außenreize sehr anstrengend sind, kann das auch auf den Kopf drücken, aber das vergeht dann auch schnell wieder.

Müde werde ich allerdings immer noch genauso schnell wie zuvor. Da hat sich bei mir nichts verändert. Das mag aber auch einfach daran liegen, da ich mittlweile wie die Sonne schlafen gehe. 😉

Die Brille tut jedenfalls, wozu sie gedacht ist und verleiht einen guten Durchblick. 🙂


Nachtrag

Ich trage seit einiger Zeit keine Prismenbrille mehr. Das kam von heut auf morgen. Meine Augen stachen mehrere Tage nacheinander – einfach so. Es gab keinen erkennbaren Grund.

Irgendwann gab ich es auf und tat die Brille in meine Schublade.

Geht es mir besser oder schlechter?

Ehrlich gesagt nicht und ich bereue auch nicht diesen Weg gegangen zu sein, denn auch dieser hat mich wieder vieles gelehrt, dafür bin ich sehr dankbar.

Die Odysee, die ich auf mich nahm, zum Augenarzt, zur Neurologen, ins Schmerzzentrum, zum MRT machen lassen, das hat mir gezeigt, wie jeder speziell schaut aus seinem Gebiet heraus, aber nicht auf mich.

Ohne die Information meines Vaters über die „abnorme“ Dicke meiner Hornhaut hätte mir der Augenarzt Mittel gegen ein Glaukom verpasst, da mein Augeninnendruck nicht den Messwerten entsprach.

Das MRT (ohne Kontrastmittel) zeigte auf, dass meine HWS leichten Verschleiß aufweist, was wiederum ein Nebensymptom für einen Tinnitus sein kann.

Mit Herr Peschlows Hilfe konnten einige Familienmitglieder Linderung erfahren, die mit Augenleiden und Migräneattacken zu tun haben.

ganzheitliche medizin

Es ist ein Klassiker besonders im medizinischen Bereich kein Gesamtbild zu bekommen, sondern einzelne Faktoren unter die Lupe zu nehmen. In der Regel wird man auf Normen, Messwerte und Funktionen redutziert.

Jeder Mensch ist individuell und welcher wichtige Faktor auch sehr wenig mit in Betracht gezogen wird, ist die Seele des Menschen.

Statt zu begreifen, was die eigentliche Aufgabe dahinter ist, kaschieren wir Symptome und wollen schnelle Heilung ohne tiefgreifendes Verständnis.

Der Körper ist ein komplexes Kommunikationsmittel, durch welches wir hier wirken.

Im Grunde wusste ich schon in mir, was meine Kopfschmerzen verursachte bevor ich die Brille trug, aber es war noch uneindeutig.

Mittlerweile weiß ich, dass bei akutem emotionalen Stress und Dysbalance meine Seele sich „auskotzen“ will, den Stress von sich werfen, also tut es in letzter Instanz mein Körper, wenn ich es nicht rechtzeigig schaffe wieder in die Balance zu finden.

Ich lerne immer mehr durch solche Erfahrungen auf meinen Körper zu hören und hoffe, dass dies immer mehr Menschen tun. 🙂


Weiterführende Links:

https://www.brillen-sehhilfen.de/auge/winkelfehlsichtigkeit.php
https://www.qs-optiker.de/prismenbrille
https://medlexi.de/Prismenbrille
https://www.blickcheck.de/sehhilfen/brillen/funktionsweise/prisma/
https://richtig-sehen.de

Autorin

Susann
Susann
Zu meinen Hauptleidenschaften in meinem Leben (Musik, Sprache und Technik) haben sich seit einiger Zeit neue Themengebiete entwickelt. Ich bemühe mich unser Leben effizienter, nachhaltiger und gesünder zu gestalten, seit ich mit grünen Firmen in Kontakt gekommen bin und durch diese nun einiges anders sehe. Aber der totale Umbruch kam mit der "Krankheit" meiner Frau. Seitdem leben wir bewusster und teilen dies auch gern.

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